social man

social man

Beim Menschenbild des „social man“ geht man davon aus, dass der Mensch nicht wie 

der homo oeconomicus lediglich in der Arbeit und rational existiert, sondern soziale 

Bedürfnisse hat, die in der Arbeit befriedigt werden sollen. Interessant ist hier nicht nur 

das Individuum, sondern die Gruppe. Weinert beschreibt den „social man“ folgendermaßen: 

 

Die/der Arbeitnehmende wird von sozialen Beweggründen geleitet. Ihre/seine 

sozialen Kontakte sind ausschlaggebend für das Zugehörigkeitsgefühl in, sowie die 

Identifikation mit der Organisation. Das Verhalten ist nicht nur rational, der „social man“ 

handelt nach den gruppen-typischen, informellen Regeln. Je nachdem, wie die individuellen 

Anliegen erfüllt werden, wird auf die Erwartungen seitens der Führungskräfte 

reagiert. Da durch die industrielle Revolution  die Spezialisierung und Aufteilung – Arbeit 

an Sinn verloren hat, sollen Arbeitnehmende die Bedürfnisse durch soziale Beziehungen 

am Arbeitsplatz abdecken. 

 

Seit den Hawthorne-Studien, die zwischen 1927 bis 1932 in den Hawthorne-Werken 

nahe Chicago, USA, von Mayo (1933), Roethlisberger und Dickson (1939) durchgeführt 

wurden, haben Führungskräfte nicht mehr nur die Aufgabe der Arbeitsverteilung, 

sondern auch die des Sprachrohrs zwischen den Arbeitenden und der Leitung um auf 

individuelle Bedürfnisse der Arbeitenden einzugehen. 

 

Die Studien haben gezeigt, dass der soziale Kontakt und der Austausch mit den KollegInnen 

in der Arbeitsstätte die Leistung fördern. Die Human-Relations-Bewegung, die aus den 

eben genannten Studien resultierte, war essentiell für das neue Menschenbild des 

social man“. WissenschafterInnen wurden auf die Gruppe als soziales System aufmerksam und Gefühle (wie die Zufriedenheit am Arbeitsplatz) rückten in das Forschungsinteresse der Arbeits- und Organisationspsychologie (Kirchler, Meier-Presti 

und Hofmann 2005, 65). Die Handlungsempfehlung für die Führungskraft nach der social 

man“-Theorie ist es, einen demokratischen Führungsstil anzuwenden, bei dem Gruppenentscheidungen möglich sind