Homo Oeconomicus

Homo Oeconomicus

Beim fiktiven Menschenbild des homo oeconomicus handelt es sich um einen Durchschnittsmenschen, der aufgrund von Logik rationale Entscheidungen trifft. Dieser Typ 

Mensch lebt in einer Zeit, in der die Ressourcen knapp sind und daher gut kalkuliert 

werden müssen. Der homo oeconomicus möchte für einen Betrag den größten Nutzen 

beziehungsweise für den vorgegebenen Nutzen einen möglichst niedrigen Betrag einsetzen. 

Er hat alle Informationen über die Alternativen, die es am Markt gibt und entscheidet 

sich stets für jene Möglichkeit, die ihm die meisten Vorteile bringt. Seine einzige 

Motivation sind extrinsische monetäre Reize und er handelt nach der Maxime des 

größten wirtschaftlichen Gewinns. Der rational denkende homo oeconomicus leitet 

sich aus der Theorie der wissenschaftlichen Betriebsführung von Taylor aus dem Jahr 

1911 ab (Holtbrügge 2018, 236). Dieses Menschenbild verallgemeinert und teilt die 

Gesellschaft in zwei Gruppen: einerseits diejenigen, die gewinnorientiert und berechnend 

sind und andererseits jene, die vertrauenswürdiger, moralischer sind und daher 

die erste Gruppe managen müssen (Schein 1980, 78). Die Führungskraft muss bei 

diesem Menschenbild einen autoritären Führungsstil annehmen, um die MitarbeiterInnen 

von Entscheidungen loszulösen. Außerdem müssen die Tätigkeitsziele klar formuliert 

werden (Holtbrügge 2018, 236). Der homo oeconomicus gilt nach wie vor als ideales Bild vom Menschen in der Arbeitswelt und wird aufgrund der Komplexitätsreduktion bei wirtschaftstheoretischen Modellen herangezogen.